Achilleus und die Schildkröte
Die Paradoxie von Achilleus und der
Schildkröte ist eine der Zenonschen Paradoxien.
Zenon aus Elea, behauptete:
der schnellfüßige Achilleus kann das langsamste Tier,
die Schildkröte, niemals einholen, falls diese beim Beginn des Laufes
einen Vorsprung s hat, da die Schildkröte, während Achilleus diese
Strecke durchläuft, eine weitere Strecke zurücklegt Immer aber
wenn Achilleus diese weitere Strecke durchläuft, legt die
Schildkröte abermals eine bestimmte (wenn auch kleinere)
Strecke zurück. Da dies ohne Ende so weitergeht, kann
Achilleus die Schildkröte nicht einholen.
Die Paradoxie von Achilleus und der Schildkröte wird
wie die Halbierungsparadoxie
als Stadionparadoxie bezeichnet.
Eine logische Analyse
zeigt, dass Zenon, um folgerichtig zu
sein, den Weg des Achilleus in immer kürzere Abschnitte
einteilt, die unendlich klein werden. In Gedanken kann man das
machen, in der Praxis lässt sich das aber nicht
realisieren, da der Weg den der Achilleus durchläft eine
Teilungsgrenze hat, z. B. ein Molekül oder Atom.
Aristoteles sagt, dass
Achilleus die Schildkröte überholen wird, wenn es ihm
gelingt, "die Grenze zu überschreiten".
Hegel hielt die Antwort des Aristoteles für richtig,
"denn in Wirklichkeit wird die
Hälfte hier (auf einer gewissen Stufe) ,Grenze'".
Zenon vergaß zusätzlich, die Bewegungszeit in
unendlich kleine Abschnitte zu teilen. Berücksichtigt man
das, ergibt sich für jeden immer kleineren Abschnitt eine
immer kleinere Zeit ihn zu durchlaufen.
Im Jahre 1928 schrieb der Mathematiker Weil
in seinem Buch Philosophie in der Mathematik über die
Achilleusparadoxie: Falls man entsprechend der Zenonparadoxie
die Strecke der Länge 1 aus einer unendlichen Menge von
Strecken der Längen 1/2, 1/4, 1/8 ... bilden könnte,
deren jede als Ganzes genommen wird, müsste es auch
möglich sein, dass eine Maschine, die in der Lage
ist, diese unendlich vielen Strecken in einer endlichen Zeit zu
durchlaufen, in einer endlichen Zeit eine unendliche Folge von
Entscheidungsakten durchführen kann, indem sie z. B. das erste
Ergebnis nach 1/2 Minuten, das zweite 1/4 Minute nach dem
ersten, das dritte 1/8 Minute nach dem zweiten usw. liefert.
Auf diese Weise wäre es möglich, im Unterschied zum
Wesen des Unendlichen, auf rein mechanischem Wege die ganze
Reihe der natürlichen Zahlen zu durchlaufen und alle an sie
gerichteten Existenzfragen vollständig zu beantworten.
Ajdukiewicz
nimmt
an, dass Zenon Begriffsunterschiebung begeht, da er den
Terminus "Moment" einmal als Punkt, einmal als
Zeitintervall interpretiert.
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