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Allgemeiner Begriff, Allgemeinbegriff, Universale
Inhalt
Ein allgemeiner Begriff ist ein
Begriff,
in dem
Eigenschaften einer ganzen Klasse von Gegenständen widergespiegelt
werden, die denselben Namen haben, z. B. die Begriffe Lampe,
Heft.
Der allgemeine Begriff wird auch Allgemeinbegriff oder Universale
genannt.
Ein allgemeiner Begriff kann die Eigenschaften einer Klasse mit einer
endlichen Anzahl von Gegenständen widerspiegeln und auch Eigenschaften
einer Klasse mit unbegrenzter oder unendlicher Anzahl von Gegenständen.
Der Terminus Universalien wurde in der
mittelalterlichen Logik
zur Bezeichnung von Allgemeinbegriffen und allgemeinen Ideen verwendet.
Im 10. bis 14. Jahrhundert entbrannte der
Universalienstreit zwischen den Anhängern des Begriffsrealismus
und des Nominalismus über die Frage, ob reale
Urbilder von Allgemeinbegriffen existieren.
Der Begriffsrealismus sagt, dass Allgemeinbegriffe, im Gegensatz
zu den Einzeldingen, die bloß an ihnen teilhaben, das
eigentlich Reale sind. Z. B. ist die Farbe Rot nach Ansicht
des Begriffsrealismus Grund für die Realität der roten Dinge.
Allgemeinbegriffe können für einen Begriffsrealisten
entweder unabhängig von den Einzeldingen existieren oder
ihnen immanent sein (Platon,
Aristoteles, Hegel,
Frege,
Husserl, Ingarden, Russell).
Die konsequentesten Begriffsrealisten, die
man als extreme Realisten bezeichnete, erklärten,
dass die Universalien real existieren und der
Entstehung der Einzeldinge vorausgehen. Der
Begründer des extremen Realismus war
Johannes Scotus Eriugena.
Einige Realisten, die man die
gemäßigten nannte, meinten, dass es
drei Arten von Universalien gibt:
- Universalien, die sich in der göttlichen
Vernunft befinden und vor den Einzeldingen existieren;
- Universalien, die als Allgemeines in den Einzeldingen selbst existieren;
- Universalien, die im Verstand
des Menschen existieren, d. h. nach den Dingen.
Einen gemäßigten Realismus vertraten
Avicenna und
Averroës,
später auch Thomas
von Aquino.
Im Gegensatz zu den Realisten lehnten die
Nominalisten die Existenz von Universalien ab. Sie behaupteten,
dass in der Welt nur Einzeldinge existieren, die individuelle
Qualitäten haben. Die Universalien sind Ergebnis des Denkens
und spiegeln nicht Qualitäten der Dinge wider. Der Nominalismus
vertritt die Auffassung, dass Allgemeinbegriffe bloße Namen sind,
die den realen Einzeldingen angehängt werden. Für den
Nominalisten existieren Allgemeinbegriffe deshalb nur durch unsere
Erfahrungen.
Ein extremer Nominalismus wurde von
dem französischen Scholastiker
Roscelinus von Compiègne
vertreten, der schrieb, dass Universalien nur
leerer Schall sind. Andere Vertreter des Nominalismus sind
Duns Scotus und
Ockham.
Der Terminismus bzw. Intentionismus ist eine Variante des Nominalismus.
In der Geschichte der Logik wird die Meinung vertreten, dass der Terminismus
verwandt ist mit dem antiken stoischen Konzeptualismus
und die Logik von Hobbes - insbesondere seine
Gedanken über den Begriffskalkül - antizipiert.
Real existieren für den Terminismus nur einzelne Dinge. In
der Natur gibt es keinerlei universelle Dinge. Die Universalien
drücken nur Ähnlichkeiten aus, die in den einzelnen
Dingen vorhanden sind.
Eine weitere Richtung im
Nominalismus wurde
von Abaelard, de la Porrée und
Johannes von Salisbury vertreten, die
bei Negierung der realen Existenz von Universalien
vor und nach den Einzeldingen annahmen, dass Universalien
im Verstand vor jeglicher Erfahrung entstandene Allgemeinbegriffe,
Konzepte sind, die die Rolle einer besonderen Form der Erkenntnis
spielen. Die Universalien sind nach diesen Theorien
bewusstseinsmäßige Begriffe oder Vorstellungsbilder, die durch das
Abstrahieren von Gleichheiten zwischen Einzeldingen zustandekommen. Diese
Richtung des Nominalismus ist in die Geschichte der Logik unter dem Namen
Konzeptualismus (von lat. concipere, zusammenfassen, begreifen, sich
vorstellen) eingegangen und
spielt in der zeitgenössischen Diskussion
vor allem in der Mengenlehre noch eine Rolle.
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