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Gegenstand

In der Alltagssprache wird Gegenstand als Sammelbegriff verwendet, um das zu kennzeichnen, worauf sich das Interesse oder die Beobachtung richtet und worüber berichtet und diskutiert werden kann.

Im Rahmen der Erkenntnistheorie wird Gegenstand meist in Relation zum erkennenden Bewußtsein als erkanntes Objekt gebraucht.

Dadurch entsteht die Frage, wie der Gegenstand durch das erkennende Subjekt konstituiert ist bzw. wird.

Locke unterscheidet zwischen dem sinnlichen Gegenstand, also den Objekten der sinnlichen Wahrnehmung (»sensations«), und dem Gegenstand des Denkens, einem durch Reflexion erzeugten mentalen Objekt.

Im Kantischen Begriff des Gegenstands ist die sinnlich-rezeptive Anschauung mit der verstandesmäßigen, begrifflichen Komponente vereinigt. [1]

Meinong hat eine Gegenstandstheorie als allgemeine Wissenschaft vom reinen Gegenstand, vom Gegenstand als solchen entwickelt.

Nach Cornelius ist der Gegenstand ist ein gesetzlicher Zusammenhang von Wahrnehmungen, die niemals gleichzeitig gegeben sind.

In der Phänomenologie Husserls ist der Gegenstand durch einen intentionalen Akt konstituiert.

In der Logik und Semantik wird all das als Gegenstand bezeichnet,

  1. wofür ein Eigenname eingesetzt werden kann, oder
  2. ein konkreter (singulärer) Gegenstand, d. i. ein Individuum oder abstrakter Gegenstand, d. i. Klassen oder Relationen von Gegenständen oder die Eigenschaften oder Beziehungen von Gegenständen, oder
  3. eine Aussage, über die eine Metaaussage getroffen wird.


[1] KrV B 137

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