Sinnesdatum, Sinneseindruck
Mit Sinnesdaten (engl. sense data, von lat. datum gegeben) bzw.
Sinneseindrücke werden von modernen
Empiristen diejenigen
Eindrücke bzw. inneren
Erlebnisse bezeichnet, die im
Bewußtsein durch Einwirkung äußerer
Gegenstände auf
die Sinnesorgane hervorgerufen werden. Die Sinneseindrücke werden
durch die Apprehension
erlangt.
Der Begriff Sinneseindruck ist mit dem
Sinneseindruckes (phantasia) verwandt.
Die klassischen englischen
Empiristen nannten die Sinnesdaten Idee
(Locke: idea)
oder Sinneseindruck (Hume:
impression).
Meist nimmt man an, dass ein Sinnesdatum etwas
Inneres, Privates und Einfaches ist. Andere betrachten die
Sinnesdaten als Teil des physischen Gegenstands oder als etwas,
das in bezug auf den Gegenstand bewusstseinsmäßig
bzw. physisch neutral ist.
Sinnesdaten haben für Locke vor allem die Aufgabe, zwischen
äußerem Objekt und
dem epistemischen Subjekt zu vermitteln.
Sie repräsentieren das Objekt in der
Wahrnehmung. Demgegenüber
streichen Berkeley und
Mill gleich
das Objekt und identifizieren es mit Komplexen von Sinnesdaten.
Mill hat neben den tatsächlich wahrgenommenen noch mögliche
Sinnesdaten eingeführt, die niemand mehr tatsächlich empfunden haben
muß.
In Russells Position des
logischen Atomismus stellen die
Sinnesdaten das Fundament der Wahrnehmung
dar. Den Sinnesdaten korrespondieren die atomaren Sätze.
Im Phänomenalismus gilt das Sinnesdatum als unmittelbarer
Wahrnehmungsgegenstand und als Grundlage der Erkenntis.
Weiter nennen einige Empiristen alles, was direkt
im Akt der Perzeption
gegeben ist, ein Sinnesdatum, ganz gleich,
ob es einfach oder komplex ist.
Literatur
- J. L. Austin: Sinn und Sinneserfahrung, Stuttgart 1975
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