tabula rasa
Um Wachstafeln von neuem beschreiben zu können, wurden
die alten Notizen durch Glätten ausgelöscht. Tabula
rasa (lat. geglaättete Tafel) steht daher im
übertragenen Sinne für die gründliche
Beseitigung zugunsten des Neuen.
Platon und
Aristoteles verglichen
den Zustand des Menschen und des menschlichen Geistes
vor aller Erfahrung mit einer noch unbeschrifteten Tafel.
Ein ähnlicher Vergleich findet sich auch bei
Alexandros von Aphrodisias
(pinax apographos).
Die Stoiker sprachen
davon, dass die Seele des Menschen bei der Geburt
an eine unbeschriebene Tafel erinnert.
Der lateinische Begriff tabula rasa geht auf
Albertus Magnus
zurück.
Locke bezeichnete mit
dem Terminus Tabula rasa die Seele des Kindes bei
seiner Geburt, um auszudrücken, dass es keine
angeborene Idee gibt und alles
Wissen durch
Sinneserfahrung erworben wird,
die ihre Zeichen
auf der tabula rasa zurücklässt.
|