Affirmative und negierende Urteile darf man nicht
mit bejahten und negierten Urteilen verwechseln.
Das Wesen der verneinten oder negierten Urteile wird nicht durch
die affirmative oder negierende Form bestimmt, sondern durch
den Charakter der Wechselbeziehung zwischen den jeweiligen
Urteilen. Als verneinendes Urteil bezeichnet man ein Urteil, das
auf die Falschheit eines anderen Urteils hinweist, das dann
verneint heißt.
Für das bejahende Urteil entwickelte
Ploucquet eine
Identitätstheorie des
Umfangs von Subjekt und Prädikat.
Bedingt bzw. hypothetisch
man also ein Urteil, in dem die Abhängigkeit einer
Erscheinung von irgendwelchen Voraussetzungen,
Bedingungen widergespiegelt wird, wobei Begründung und Folge
meist durch die logische Kopula
wenn ..., so ... verknüpft
werden, z. B. Wenn es regnet, so wird die Strraße naß.
Die Kopula zeugt von einem Zusammenhang
zwischen Begründung und Folge.
Ein bedingtes Urteil ist falsch, wenn die Begründung wahr ist, aber die
Folge falsch. Es ist wahr, wenn sowohl Begrüdung als auch
Folge wahr ist.
Je nach dem Charakter der Beziehung zwischen dem Inhalt der Folge
und dem Inhalt der Begründung können die bedingten
Urteile in eliminierende und nichteliminierende Urteile
eingeteilt werden.
Ein bedingtes Urteil heißt
eliminierendes bedingtes Urteil, wenn es eine Tatsache wiedergibt, dass
ein Merkmal ganz bestimmten Gegenständen einer gewissen
Klasse zukommt.
Das eliminierende Urteil ist die Konjunktion von zwei bedingten Urteilen.
Das erste gibt an, welche Gegenstände das Merkmal besitzen und
das zweite schließt aus, dass andere Gegenstände das
Merkmal haben.
Ein bedingtes Urteil heißt
nichteliminierendes bedingtes Urteil, wenn in ihm behauptet wird,
dass das, worüber in der Begründung gesprochen wird,
für das hinreicht, von dem in der Folge gesprochen wird,
aber zum Bestehen dessen nicht unbedingt notwendig ist, also
dass das, worüber inder Folge gesprochen wird, für
die Begründung nicht unbedingt hinreicht.
In dem Beispiel Wenn in einem Viereck alle Seite gleich lang sind, so stehen
die Diagonalen senkrecht aufeinander ist die angegebene Bedingung
seine Diagonalen stehen senkrecht aufeinander hinreichend, da in einem
Viereck mit gleichlangen Seiten die Diagonalen stets senkrecht aufeinander
stehen. Jedoch ist die Bedingung nicht notwendig, da auch in allen
Drachenvierecken die Diagonalen senkrecht aufeinander stehen.
Durch die Vereinigung der Urteile in affirmative und
negierende bzw. in partikuläre und allgemeine lassen sich die vier
Urteilsarten allgemein bejahendes Urteil,
partikulaer bejahendes Urteil, partikulär bejahendes
Urteil und partikulär verneinendes Urteil untrscheiden.
Der Kürze wegen bezeichnet man jede dieser vier
Urteilsarten mit einem Buchstaben:
- a - allgemein bejahendes Urteil
- i - partikulär bejahendes Urteil
- e - allgemein verneinendes Urteil
- o - partikulär verneinendes
Urteil
Das Verhältnis dieser Urteilsarten wird im logischen Quadrat veranschaulicht.
Nach dem modalen Charakter unterscheidet
man problematische, assertorische und apodiktische Urteile.
Ist das Prädikat für den Gegenstand möglich
spricht man von problematischen Urteilen, ist sie
wirklich spricht man von assertorischen Urteilen, ist sie
notwendig spricht man von apodiktischen bzw.
notwendigen Urteilen
. Diese Unterscheidung findet
sich u. a. bei